Projekt Baby - was Sie wirklich erwartet und wie Sie es schaffen
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            Bisserl ko.

            Aber noch mit einem Lächeln.
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            "Projekt Baby" - ein Buch, ein Blog.


            Mittwoch, 22. Februar 2012

            Der bange Griff

            Nach einer unruhigen Nacht, wo mir unsere Tochter abwechselnd mit dem Stofftier und dem Finger ins Gesicht greift, schnieft und ihre Hüfte in meinen Rücken bohrt (was bei einem dünnen Kind eher unangenehm ist), dann der bange Griff:

            Hat sie Fieber?

            Fieber heißt: kurz vergebens mit sich selbst ringen, ob man nicht einfach so tun könnte, als wäre es einem nicht aufgefallen und sie dann doch in den Kindergarten schicken. Blackberry/iphone zücken und Termine vergleichen. Wer hat heut wichtigere Termine? Was ist nicht verschiebbar? was könnte man am Telefon abhandeln? Wer muss heut wirklich unbedingt intensiv arbeiten, wer könnte es verkraften, gleichzeitig auf die Kleine zu schauen und nur nebenbei ein bisschen Arbeit zu erledigen? dh ggf ungeduscht schnell ins Büro hechten und den Laptop holen? und morgen? ab wann können wir meine Eltern anrufen? was wäre der best case (bitte jetzt gleich). was wäre gut (etwas früher als sonst). was wäre blöd (wenn sie selber krank sind).

            Fazit: Wenig Fieber, aber doch.  Aber die Familienversorgungskette klappt super. In dem Sinne: hopp hopp unter die Dusche, Mama! damit du bürofertig bist, wenn der Opa kommt.



            45min später:
            To: ABTxxxxxx
            Subject:
            Abt jf startet um 9.15
            ---------------------------------------------

            Sorry. Krankes kind und speibender kater
            Bis gleich
            Sent from my BB



            Dienstag, 21. Februar 2012

            Ist ein schöner Tiefschneehang das Risiko wert?

            Eines meiner Lieblingsgedichte ist von John Donne, Zeitgenosse von Shakespeare. 

            Es beginnt mit "no man is an island, entire of itself".

            Mehr ist dazu nicht zu sagen.


            Sonntag, 12. Februar 2012


            Euphorie

            Ein Wochenende mit einem Kind, das gerade erst krank war, kann mühsam sein. Das Kind hat den Lagerkoller. Die Eltern ebenso. Tochter testet permanent die Grenzen aus. Doch wie ihr erklären, dass das, was man während der Krankheit durfte, nun nicht mehr ok ist und die Familie wieder zum Normalzustand zurückkehren möchte? Zähne putzen. Heul. Umziehen. Heul. Jacke anziehen. Heul. Stiefel anziehen. Heul. Haube aufsetzen. Heul. Und dann kommentiert das Kind auch noch ganz vorwurfsvoll, dass es jetzt die ganze Zeit ganz viel geweint hat. Ja Himmelherrgott, ganz ehrlich, wer glaubst du, würde nun gerne mitheulen? aber ernsthaft?

            So lief - in etwas abgeschwächter Form - der Samstag ab. Ich muss gestehen, ich bin dann am Nachmittag abgehauen und hab mich mit einer Freundin ins Café verzogen (immerhin blieb ja die Kinderbetreuung am Fr an mir hängen - kläglicher und energieraubender Versuch des home office. Insofern hatte ich mir eine Belohnung verdient).

            Heute ging das Heuldrama quasi unverändert weiter. Doch die rettende Idee war ein Mittagessen bei meinen Eltern - höhere Betreuungsquote, mehr Geduld, andere Umgebung - und danach der Besuch einer Kletterhalle. Tochter und Neffe rennen quietschvergnügt auf der riesigen gelben Matte herum. Tochter klettert die Wand hinauf, gestützt von mir oder dem Opa. Wir waren beeindruckt. Und dann bietet mir mein Schwager (Bergfex) auch noch an, mir eine Mini-Einführung ins Klettern zu geben, und sichert mich dann sogar an der Wand. Die erste Wand ist harmloser als die des Führungskräfte-Events vor paar Jahren. Die zweite schon etwas anspruchsvoller. 6m über dem Boden häng ich auf einmal da. Im wahrsten Sinne des Wortes, und kann die Route nicht weiterklettern. Hmmm. Da packt mich der Ehrgeiz. Das gibts ja nicht. Das muss ja gehen. Ich klettere zwei Schritte runter, schau mir die Wand nochmals an. Zweiter Anlauf. Wieder nix. Gibts ja nicht. Nochmals die zwei Schritte runter. Vielleicht weiter nach links. Aber da bräuchte ich ja Gorilla-Arme. Wieder nix. Dritter Anlauf. Das gibts ja nicht! Da fällt mir ein, was mir meine Schwester unten, ganz zu Beginn bei der Boulderwand gesagt hat: überkreuz greifen. Hmmmm. 

            Na bitte. Geht doch. Jetzt bin ich fast oben.

            Total stolz.

            Als ich wieder unten bin, kommt mir mein Vater entgegen mit Caro im Arm. Sie strahlt mich an und sagt: "Applaus"

            Jetzt, 3 Stunden später, freu ich mich noch immer.

            Freitag, 3. Februar 2012

            Filmtipp

            Sensationell. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen im weiteren Umfeld durchaus vorhanden.

            http://www.guardian.co.uk/film/video/2012/feb/03/carnage-video-review

            Freitag, 27. Jänner 2012

            Flash back

            In den letzten Tagen war das Wiener AKH, also die Uniklinik, in den Medien, weil es angeblich eine Schwangere, die wegen Blutungen ins Spital gekommen wäre, abgewiesen hätte. Und diese hätte daraufhin das ungeborene Baby (im 4. Monat) verloren.

            Das erinnert mich an meine 2 Aufenthalte im AKH während der Schwangerschaft. Das eine Mal, Blutungen um 23.30 an einem Samstag. Wir mit dem Taxi ins Spital. ich kann mich noch sehr gut an die furchtbare Angst erinnern. Im Taxi, schweigend, die Hände an einander geklammert. Sofort Ultraschalluntersuchung. Die Nacht im Spital, obwohl die Blutungen nur sehr leicht waren. Es war überhaupt keine Diskussion, ob man mich nicht untersuchen oder ob ich nach der Untersuchung wieder nachhause gehen könnte. Die Schwestern richteten mir ein Bett ein. Die gesamte Station kümmerte sich sehr liebevoll um mich. Am nächsten Tag wurde ich nach ausführlicher Untersuchung wieder nachhause entlassen, mit einem Schreiben, was zu tun und zu unterlassen sei, und mit der Aufforderung, einen Kontrolltermin bei meinem Gyn zu vereinbaren. Dort stellte sich heraus, dass meine Ängste unbegründet waren und die Blutung harmlos.

            Bei zweiten Mal, einige Wochen später, waren die Blutungen stärker und ich wurde für 3 Tage stationär aufgenommen, immer wieder an den Wehenmonitor gehängt etc etc. Auch dieses Mal eine sehr belastende Zeit. Auch dieses Mal war ich beeindruckt von der Fürsorge in diesem doch sehr großen Spital. 
            Um wieder auf den Fall zurückzukommen: Natürlich fragt man sich, warum die Frau sich abwimmeln hat lassen. Wenn es um mein Kind geht, mache ich so lange einen Aufstand, bis ich drangenommen werden. Aber es ist jetzt im Nachhinein irrelevant. Mir tut die Familie leid, die das Kind verloren hat. Mir tut auch das Personal im AKH leid, das sein Bestes gibt. Hoffen wir, dass man zumindest die richtigen Lehren draus zieht.
            Donnerstag, 5. Jänner 2012

            Alle Jahre wieder...

            ..kommt das Grippekind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

            Ihr Viren oh kommet, oh kommet doch all.

            Schöner der Husten nie klinget als zu der Weihnachtszeit.
            Samstag, 24. Dezember 2011

            Die Großeltern

            Pünktlich zum großen Fest der Familien bringt die "Zeit" ein paar sehr liebe Artikel zum Thema Großeltern. 


            http://www.zeit.de/2011/52/Grosseltern

            In dem Sinne: Frohes Fest! 
            Donnerstag, 15. Dezember 2011

            Lesestoff

            falls den geneigten lesern in der vorweihnachtszeit fad ist, oder sie sich auf andere gedanken bringen wollen... oder lesestoff für die weihnachtsfeiern haben wollen, hier eine sehr gute link-sammlung:

            http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/index


            Freitag, 2. Dezember 2011

            Zen und die roten Stiefel

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            Auf der nach oben offenen zen-skala hab ich heut wieder einmal absolut geschwächelt.
            Um mitternacht ins bett. kleinkind-husten-bedingt nur 4h schlaf, und selbst die mit unterbrechungen (an dieser stelle bitte telepathisch eine runde mitleid an mich senden!).
            in der früh dann die mega-hektik. mein projekt-troubleshootender ehemann muß zum frühtermin aufbrechen, dh das ganze anziehen, zähneputzen etc bleibt diesmal an mir hängen.
            als ich dann um 8.40 (!) endlich fast aufbruchsbereit bin, bitte ich caro, sich schon einmal die stiefel anzuziehen, während ich mir noch haarwachs reinschmier.
            caro grinst mich an und ignoriert mich.
            2. anlauf. sie bewegt sich richtung stiefel, bleibt aber vor dem spiegel hängen.
            dritter anlauf. seufz. nun schon etwas lauter.
            vorwurfsvoller blick: mama un-ge-tul-tig!
            ja, mit DIR!
            noch ein anlauf.
            es ist zum verzweifeln. sie will einfach nicht kooperieren.
            8.45. eigentlich wollte ich schon vor 1/2 stunde im büro sein.
            da steht dieses kind, das mir heut 2 stunden schlaf geraubt hat, und grinst mich an.
            bye bye zen, ich zuck aus und schreie sie an.
            aber sie steht da und beobachtet vergnügt, wie die mama hier das perfekte unterhaltungsprogramm liefert.
            einmal tobende mutter bitte. sehr interessant! was die für grimassen schneiden kann!
            wo bleibt mein oom, wo bleibt mein zen, und wo verdammt nochmal sind die roten stiefel hinverschwunden?

            Samstag, 5.11.2011

            Retour aus dem Urlaub

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            Paris war wie immer wunderschön und liefert nebenbei etwas material für den blogteil "Ausgewählte Reisetipps" - siehe navigation.

            Viel spaß beim schmökern und reisefieber-entwickeln!


            Samstag, 8.10.2011

            Wasser auf meinen Mühlen

            Ein sehr interessanter Artikel im "Spiegel".

            http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,789499,00.html.

            Und angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit und der hohen Scheidungsrate ist es meiner Meinung nach absolut unabkömmlich, daß Frauen sich nicht aufs Voll-Mutter-Sein konzentrieren. Ich glaube, daß es möglich ist, die Balance zwischen Job und Eltern-Sein zu finden. Und ich glaube, daß man sie finden MUSS.



            Vienna Design Week - check it out

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            Montag, 3.10.2011

            Für alle, die diese Woche in Wien sind, gibts einen heißen Tip. Und der Rest kann einfach nur die Fotos genießen und sich inspirieren lassen.
            Man nehme einen jungen Tischler mit Kindern und eigenen Ideen. Kombiniere es mit anderen coolen Firmen. Miete eine Wohnung im 1. Bezirk und statte sie mit vielen Kindermöbeln und witzigen Details aus. Lade viele Leute mit Kindern ein. Und los gehts!
            Ok so einfach wars wahrscheinlich nicht. Aber dafür ists mega-cool.
            Also, nicht verpassen!

            http://www.viennadesignweek.at/event.php?id=182
            Wipplinger Straße 29
            Täglich 10-19h
            letzter Tag am So, 9.10.



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            Moderner Kasten in Schütt-Technik. Plus Apfelkübel mit bisserl Jause für die Kinder.
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            Links das Hochbett von perludi. Rechts die Tafel.
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            Kreatives Bücherregal. Und in der Mitte liegt mein Buch!
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            Der absolute Favourite von Caroline: die moderne Puppenküche
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            Der 2. Favourite: höhenverstellbarer Schreibtisch von perludi.


            Samstag, 23. September 2011

            Liszt und die alternative Kinderbetreuung

            Vorigen Samstag schlug wieder einmal die müdigkeitsbedinge Wochenend-Lieblingsbeschäftigung zu: sinnloses Herumzappen am Nachmittag. Aber immerhin gabs diesmal ein sehr interessantes Programm: MDR, Abenteuer Zoo, mit Beiträgen zu einem Zoo in Tallinn (http://www.mdr.de/tv/programm/sendung42862.html) . Und dort einen kurzen Beitrag zu den Lisztaffen. Also kleine Affen mit wirrem weißen Haar, das wohl die damaligen Zoologen an Franz Liszt erinnert hat. Wie passend, gerade zum Listzt-Jahr...

            Abgesehen davon, daß die kleinen Kerle ja wirklich witzig durch die Gegend springen, fand ich folgendes faszinierend: im Rudel der Lisztaffen bekommt nur das dominate Pärchen Nachwuchs. Alle anderen gehen leer aus (hmmm... nicht so wirklich erstrebenswert, außer wenn man sich selbst für das dominante Pärchen hält...). Die Kinderbetreuung erfolgt durch den Vater. Er schleppt das Kind durch die Gegend. Die Mutter stillt zwar das Kind, ist aber sonst nicht so intensiv involviert. Aber - und dies fand ich viel interessanter als die Arbeitsteilung Vater/Mutter: die anderen Mitglieder der Sippe prügelten sich nahezu darum, wer sich um das Kind kümmern durfte. Jeder wollte das Kleine durch die Gegend schleppen. Dh 1-2 Kinder, aber an die 10 Kinderbetreuer. Interessante Betreuungsquote. Interessante Menge an Bezugspersonen.

            Dazu paßt ja das Zitat aus dem aktuelle "Zeit-Magazin" (das ich gerade meinem am Sofa liegenden Mann entrissen hab) zum Thema Väter und Kinderbetreuung: Ein Zitat von Lieselotte Ahnert, Entwicklungspsychologin, über die Bindung zwischen Mutter und Kind, in ihrem Buch "wie viel Mutter braucht ein Kind?": "Mit Ausnahme des Stillens gibt es kaum Hinweise, daß Frauen darauf vorbereitet sind, der befähigtere Elternteil zu werden."

            Na bitte. Und wenn wieder einmal ein Über-biologischer-Determinist herkommt und mir sagt, daß die Mutter ja soo prädestiniert ist fürs Kinderbetreuen und der Papa viiel weniger, dann sag ich ihm, schau dir doch einmal die Liszt-Affen an (oder falls dir andere Tiere näher stehen: die Stichlinge. Oder die Pinguine. Oder die Trauerschwäne. Von den Hippocampi red ich gleich gar nicht...).

            Dienstag, 23. August 2011

            Mein Bobbi-Brown-Moment des Tages


            Wir alle kennen das Ehrenabzeichen der jungen Mütter. Nein, nicht die unsichtbaren Stillorden am roten Band. Auch nicht die mehr oder weniger auffallenden Milch-, Erdbeerjoghurt- oder sonstige Essensreste auf diversen elterlichen Kleidungsstücken. Nein, ich spreche von dem, was mir täglich im Spiegel zuwinkt: die dunklen Augenringe.

            Seit Jahren kämpfe ich dagegen an. Mit mehr Schlaf (klappt nicht immer). Mit Gurkenscheiben (nein, das war jetzt gelogen, aber es klingt schön). Mit diversen teuren Hautcemes. Mit den tollsten und besten Concealers. Bringts was? Ok ein wochenlanger Urlaub in einem Schlafhotel würde vielleicht Abhilfe schaffen. Aber irgendwie nicht ganz realistisch.

            Da gehe ich doch lieber ein paar Stunden in der City. Einfach nur bummeln. 4 Stunden lang. Ja, richtig, gelesen. VIER STUNDEN LANG. Eine Premiere. Bis jetzt hab ich mir maximal 2h zugestanden. Denn unter der Woche bin ich sowieso schon berufstätig, und am Wochenende möchte ich mich doch um mein Kind kümmern. Hab ich Sehnsucht nach meinem Kind. Will ich lachen und herumtollen und mir Zeit nehmen. Obwohl... Was sind eigentlich die neuen Herbstfarben?

            Wesentliche Erkenntnis des Tages: eine Auszeit von 4 Stunden ist nicht doppelt so schön wie eine Auszeit von 2 Stunden. Nein, mindestens viermal so schön. Oder 10x so schön. Weil man Zeit hat. In alle Geschäfte gehen kann, nicht nur in einige wenige. Und vor allem, weil man dann spontan in die Lieblingsparfumerie kann und stell dir vor, es ist ein Schminktermin frei! Schau ma einmal, was die zu meinen Augenringen sagen!

            So pinselt also eine dreiviertel Stunde lang ein hochmotivierter junger Herr in meinem Gesicht herum. Erster Pinsel. Concealer. Zweiter Pinsel. Foundation. Dritter Pinsel. Puder. Vierter Pinsel. Bronzer. Fünfter Pinsel. Blush. Augenbrauenstift. Sechster Pinsel. Lidschatten-Basis. Lidschatten am Oberlid. Siebter Pinsel. Lidschatten am Unterlid. Nochmals der sechste Pinsel. Lidstrich. Wimperntusche. Noch mehr Wimperntusche. Und gaanz viel Wimperntusche. Und jeder Schritt wird kommentiert, im Handspiegel gecheckt und der arme Visagist mit mehr oder wenigen dummen Fragen gelöchert. Am Ende der Session bin ich eeetwas ärmer (ok, ich hab nicht alles gekauft, aber ca 3/4), aber dafür umso entspannter und schöner. Diese Pinselstriche haben meine Seele massiert.

            Der Stress Test ist der erste Arbeitstag nach der Schminksession. Wird es funktionieren?

            Erster Pinsel... Concealer... Zweiter Pinsel... Foundation...
            Grins.

            Fazit:
            Ein paar meditative Momente am Morgen. Zur Einnerung daran, daß man sich vielleicht öfter eine kleine Auszeit gönnen sollte...


            Mittwoch, 27. Juli 2011

            Umgang mit dem Sommerloch

            Eine Tageszeitung hat einen sehr guten Weg gefunden, um mit dem Sommerloch umzugehen: nämlich einen Schwerpunkt zum Thema Kinder. Hier ein paar ausgewählte Artikel:

            1) Junge basteln zu sehr an der perfekten Situation
            http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/678232/Junge-basteln-zu-sehr-an-der-perfekten-Situation?direct=679594&_vl_backlink=/home/bildung/erziehung/index.do&selChannel=
            Eine Familienforscherin spricht vom vermeintlich idealen Moment, der Logik des Kinderwunsches und der Rolle des Staates

            2) Warum Männer vor Kindern zurückschrecken
            http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/678226/Warum-Maenner-vor-Kindern-zurueckschrecken?direct=679594&_vl_backlink=/home/bildung/erziehung/index.do&selChannel=
            Ein Männerforscher über den Spagat der Männer

            3) Studie: Berufstätige Mütter tun ihren Kindern gut
            http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/680701/Studie_Berufstaetige-Muetter-tun-ihren-Kindern-gut?_vl_backlink=/home/bildung/erziehung/index.do
            Ergebnisse der britischen Millenium Cohort Study, im Auftrag der britischen Regierung

            4) Studie: Alleinerziehende sind besser als ihr Ruf
            http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/675118/Studie_Alleinerzieher-sind-besser-als-ihr-Ruf?_vl_backlink=/home/bildung/erziehung/index.do
            Ergebnisse der Uni Biefeld

            also schon einmal etwas (Lese-/Nachdenk-)Stoff, um durchs Sommerloch zu kommen.


            Montag, 11. Juli 2011

            Welche Zeit ist die schwierigste?

            Ich kann mich noch genau erinnern. Meine Tochter war wenige Wochen alt, ich war vollkommen fertig, aber mußte dann anhören, wie Freundinnen zu mir sagten: "Das ist doch gar nichts! Stell dir vor, MEIN Kind..." Ich hab mir damals geschworen, das nie nie nie zu sagen. Aber ehrlichgesagt: man vergißt so schnell! Wahrscheinlich von der Natur so eingerichtet, sonst wären wir alle Einzelkinder. Erst kürzlich habe ich mich dabei ertappt, dem Vater eines Babys vorzujammern, wie schlimm die vergangene Nacht mit meiner Tochter gewesen wäre - um dann peinlich berührt festzustellen, daß ich nun also auch in die Falle getappt bin. Nur ICH bin ko. Nur MEIN Kind ist anstrengend.

            Gestern fragte mich eine frischgebackene Mutter, welche Zeit denn die schwierigste wäre - und ich meinte: die ersten 3 Monate. Meine Freundin war natürlich happy, denn diese Phase hat sie nun gerade überstanden - aber sie war skeptisch und meinte, warum? Warum gerade die ersten 3 Monate? Hmmmm. ok:
            • In den ersten 3 Monaten muß man das Kind erst kennenlernen, die Signale interpretieren lernen, versuchen zu verstehen, welchen Rhythmus das Kind braucht etc
            • Sobald das Kind mit 2-3 Monaten dann den Kopf selbst heben kann, wirkt es rein äußerlich irgendwie stabiler. Das Kind ist zu Beginn einfach klein und zerbrechlich. Man merkt, daß ein Neugeborenes noch nicht ganz "ausgebacken" ist.
            • Ich glaube, man darf auf nicht unterschätzen, wie anstrengend eine Schwangerschaft, Geburt, das Wochenbett sind. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch - man wird in eine neue Rolle hineinkatapultiert und fühlt sich z.T. vollkommen unvorbereitet. Man kann sich nicht vorstellen, wieviel Betreuung ein Baby braucht, wie schlimm der Schlafentzug sein kann. 
            • Man muß die Handgriffe erst lernen - Wickeln, Anziehen etc. Und vieles ist "das erste Mal": die erste Autofahrt, der erste Spaziergang im Kinderwagen etc. Man hat Angst, daß was schiefgeht und streßt sich schon im Vorfeld.
            • In vielen Fällen kommen noch die 3-Monats-Koliken hinzu.
            • Gerade in der anstrengende Zeit bekommt man vom Kind wenig Feedback. Es trinkt, es schläft, es schreit, es macht in die Windel. Wenn es dann älter ist: A little smile goes a long way.
            • Das Neugeborene benötigt oft noch mehr Körperkontakt als ein etwas älteres Baby. Z.B. ist unsere Tochter in den ersten Wochen nur auf unserem Bauch eingeschlafen.
            • Man verbringt viel Zeit beim Kinderarzt mit Impfungen, Untersuchungen etc.
            • Man muß sich erst in die neue Rolle eingewöhnen, eine Balance finden zwischen den eigenen Bedürfnissen, denen des Kindes, des Partners etc.

            Ja, die Phasen danach sind anstrengend - das Zahnen, das dauernde Hinterherrennen beim Gehen-Lernen, der jahrelange immer wiederkehrende Schlafentzug, das dauernde Kränkeln beim Kindergarten-Einstieg. Und wer weiß, was in der Pubertät noch alles kommt...

            Insofern: allen, die die ersten 3 Monate mit Baby überstanden haben, sei an dieser Stelle der große Eltern-Fitness-Orden verliehen.

            Sonntag, 26. Juni 2011

            Es geht uns gut

            Als Relikt aus meiner London-Zeit hab ich mir die Vorliebe für ein paar englische Zeitungen bewahrt. Und werde immer wieder daran erinnert, wie gut es uns in Kontinentaleuropa geht. Auf welch hohem Niveau gemotzt wird. Hier z.B. ein Artikel zum Thema Job und Schwangerschaft:

            http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2011/jun/23/pregnant-wait-till-boss-hears

            Frau wird schwanger, und 2 Tage nach Verkündigung im Büro wird sie unter fadenscheinigen Begründungen gefeuert. Sie ist eine der wenigen, die vor Gericht zieht. Ja, klar, ich stelle mir natürlich ein paar Fragen. Warum sie ungeplant schwanger wurde. Ob sie die Verkündigung im Büro gemacht hat unter dem Gesichtspunkt "ich bin schwanger, ihr müßt euch alle ganz doll mit mir freuen" oder ob sie professionell geblieben ist. Aber ehrlichgesagt ist es irrelevant, denn es geht einfach nicht an, daß eine Mitarbeiterin während der Schwangerschaft gefeuert wird.

            Besonders traurig finde ich folgenden Absatz: "The case represents a rare legal success in an area of discrimination that often goes unchecked. Although news of large payouts to City executives make occasional headlines, cases involving relatively low-paid women who are either sacked or bullied into resigning are far more common, and yet go to trial far less frequently – usually because the women are unable to afford basic legal advice."

            Das heißt, es gibt zwar theoretisch die Möglichkeit zu klagen, aber viele Frauen schaffen es nicht vor Gericht, weil das verdammte Geld fehlt. Und so entsteht ein Teufelskreis aus gering bezahltem Job, Kündigung bei Schwangerschaft, gefolgt von der Schwierigkeit, schwanger einen neuen Job zu finden, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Arbeitslosigkeit, Auffressen der finanziellen Reserven, Suche nach (teurer) Kinderbetreuung, falls man nach der Geburt wieder einsteigen kann/will/muß... und der neue Job ist dann erst recht wieder schlecht bezahlt, weil man so eine lange (Zwangs)Pause hatte.

            Kein Wunder, daß viele Frauen heute gar nicht mehr schwanger werden wollen. Oder lange warten, bis sie ein gewisses Karriereniveau erreicht haben.

            Ach ja, das Geld, das Ms McClain zugesprochen bekommen hat, ist noch nicht überwiesen. Warum überrascht mich das nicht?


            Sonntag, 19. Juni 2011

            Sorry Chanel, keine Zeit!

            In einem Anfall von Selbstüberschätzung habe ich kürzlich Chanel-Nagellack gekauft. Den knallroten. Und dann im Duty Free noch den supertrendigen grauen. Mit dem Ergebnis, daß meine Tochter angesichts des probelackierten dunkelgrauen Nagels ganz mitleidig sagt: "Mama aua".

            hmm.

            Abgesehen davon, man weiß nicht, wie lange das verdammte Ding braucht, um zu trocknen. Das ist kein 08/15 Nagellack, der lockt mit "Turbo 45sec". Nein, hier gehts ja wohl um Schönheit. Toll sind sie schon die Farben. Aber nicht fulltime-working-mom-geeignet. Ich hab keine Zeit für Chanel. Bei mir wird's wohl weiterhin der 45sec Billignagellack bleiben.


            Mittwoch, 14. Juni 2011

            Kinderbücher-Konditionierung

            Früher, in einem anderen Leben, haben wir einander Filmzitate zugeworfen. Heute zitieren wir aus Kinderbüchern. Besonders "Für Hund und Katz ist auch noch Platz" ist zwar manchmal (zumindest in der Übersetzung) etwas holprig gereimt, aber dafür eine fast nicht versiegende Inspirationsquelle. Zum Beispiel heute.
            Schlagzeile in einer österreichischen Tageszeitung: "Kein Land ist so pleite wie Griechenland"
            und fast schon reflexartig:
            "kein Land ist so pleite wie ich
            habt ihr nicht Platz für mich
            auf dem Besenstiel?
            ich brauch ja nicht viel."

            (nur ein paar Milliarden mehr...)

            Wie man sieht: so ein Kinderbuch ist fast schon Nostradamus.


            Sonntag, 29. Mai 2011

            Herausforderungen der anderen Art

            Donnerstag. Hektik im Büro. Unterlagen für den Vorstand. Zwischendurch Vortrag vor einer größeren Runde zum Thema RWA, Expected Loss, Portfoliosensitivität. Dann endlich wieder einmal geschafft, zu einer Zeit aus dem Büro zu kommen, wo die Supermärkte noch offen haben. Also schnell raus mit Caro, für meinen Erdbeertiger Nachschub kaufen und was mir sonst noch ins Auge sticht.
            Alles klappt bestens, wir begutachten gemeinsam das Obst... wählen Joghurt aus... Perfekte Harmonie. Hach, bin ich nicht eine gute Mutter! Nicht einmal an den Süßigkeiten macht sie einen Aufstand.
            An der Kassa lass ich kurz Caros Hand los, um zu bezahlen, und weiß, wenn sie weggehen will, rufe ich "Caro, stop", und sie bleibt stehen.
            Soweit die Erfahrungswerte bisher.
            Caro rennt weg. Ich sage, Caro, stop!
            Keine Reaktion. Besser gesagt, schon eine Reaktion, aber leider die falsche. Sie rennt mir grinsend und kreischend vor Freude davon.
            Klar, so tragisch wärs nicht, denn vor dem Supermarkt ist ein großes autofreies Areal (für die Wiener unter uns: das Alte AKH), und bis sie beim ersten Auto wäre, würden in ihrem Tempo wahrscheinlich 5min vergehen, und wahrscheinlich würde sie davor eh nach links zum Spielplatz abbiegen. Aber wer will sein Kind schon aus den Augen lassen? Niemand.

            Abgesehen davon kann ich ihr es nicht durchgehen lassen, daß sie meine Anweisungen zu einem Sicherheitsthema mißachtet.
            Ich schreie so laut ich kann, "Caro, stop!"
            Der ganze Supermarkt erstarrt.
            Kurzer irritierter Blick meinerseits (Ähhh. Sorry. Nein, mit euch rede ich nicht, aber kann sich vielleicht jemand meinem Kind in den Weg stellen?)

            Ich schnappe die Geldbörse
            und rase meinem Kind hinterher.

            Gut, daß ich in der Schule ein guter Sprinter war.

            Als ich mit Caro im Schlepptau wieder zur Kassa zurückkomme, stelle ich fest, daß meine Bankomatkarte im POS-Terminal steckt. Oups.


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            Sonntag, 29. Mai 2011

            Mallorca für Kleinkinder

            Nachdem unser Italienurlaub sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist, mußte binnen 24h eine Alternative her. Nach ein paar hektischen Stunden im Internet war's gefunden: 1 Woche Mallorca, Flug für 770EUR (2 Erwachsene, eine Dreijährige), Leihwagen 1 Woche all-inclusive für 200EUR und eine Woche unsere eigene Finca mit 1000m2 Grund, Pool, 2 Schlafzimmern, Grillplatz, Pergola, nur 2km zum Meer etc etc für 100EUR/Nacht.

            Und unser Fazit: ja, eine absolut kleinkindtaugliche Destination:
            • Kinderfreundliche Mallorquiner
            • Kindersessel in jedem Lokal
            • Reichlich Wickelmöglichkeit
            • Geringe Distanzen, sehr gut ausgebautes Straßennetz (von Palma an die Nordküste durchschnittlich nur 1 Stunde), dh kurze Wegzeiten
            • Flache Sandstrände (wie z.B. in Port de Pollensa)
            Und erst recht interessant waren die Ausflugsziele, die durchaus kindertauglich sind:
            • Els Calderers (siehe Foto), ein altes Herrenhaus bei Vilafranca de Bonany: liebevoll gestaltete Innenräume komplettt mit Küche, Musikzimmer, Trockenboden gefüllt mit Behältern von Kichererbsen, Weizen etc, wo die Kinder so richtig herumwühlen können, und die Krönung des Anwesens natürlich die Ziegen, Truthähe, Schweine und die Kuh. Eintritt 8EUR/Erwachsene, absolut einen Ausflug wert.
            • Bahnfahrt von Palma nach Sóller mit einem historischen Bummelzug aus den 20er-Jahren. In der Bahnhofsnähe gibts genug Parkhäuser. Man kauft das Ticket in der eigenen Station (neben dem Hauptbahnhof), dann rattert man ca 50min durch die Berge und Orangenhaine nach Sóller. Nach der Ankunft dann schnell in der Bäckerei beim Bahnhof eine kleine Jause geholt, um die Zeit bis zum Mittagessen zu überbrücken, und dann schnell umsteigen in eine alte Straßenbahn und Fahrt für weitere 15min nach Port de Sóller. Dort gibts einen Spielplatz direkt am Meer, kindertauglichen Sandstrand, genug Lokale und am kleinen Yachthafen viel zu sehen. Die Zugfahrt (Palma-Sóller) kostet 17EUR hin und retour, die Straßenbahn in Sóller dann nochmals 2EUR/Strecke. Achtung bei der Rückfahrt: um den Zug nach Palma zu erreichen (17.30 bzw 18.30), muss man einkalkulieren, daß man ja auch die Straßenbahnfahrt von Port de Sóller nach Palma machen muss. Es werden zwar weiter Straßenbahnzüge eingeschoben, aber es gab doch einen ziemlichen Stau und Gerangel um die Sitzplätze (und das war im Mai, dh noch nicht Hauptsaison...). Dh lieber nach der Ankunft in Sóller gleich direkt weiter ans Meer nach Port de Sóller, dann etwas früher retour von Port de Sóller nach Sóller, und dann etwas Zeit in Sóller verbringen. Und ganz wichtig: in den Bergen kanns während der Fahrt besonders abends schon recht kühl werden, vor allem, weil man ja aus touristischen Gründen doch die Fenster nach oben schiebt und ziemliche Zugluft herrschen kann. Daher unbedingt für alle Pullover und Halstuch mitnehmen und für die Kinder auch noch eine ohrenbedeckende Haube.
            • Landgut Sa Granja, ca 45min nördlich von Palma. Etwas touristischer als Els Calderers, aber ein sehr großes schönes Areal, viel zu sehen und entdecken. Kinderspielplatz vor dem Landhaus, genug schattige Plätze. Eintritt 12EUR pro Erwachsenen.
            • Palma selbst ist besonders rund um die Kathedrale herum quasi eine Fußgängerzone, dh man kann sein Kind herumlaufen lassen. Caro ist uns durch die engen Gassen vorausgerannt mit einem unglaublichen Energielevel. Nach ein paar Stunden waren wir Eltern so ko, daß wir im Reiseführer verzweifelt nach einem Ruhepol gesucht haben. Und was ists geworden: der Kreuzgang in der Església de Sant Francesc. Ein quadratischer Kreuzgang, aus dem Kinder nicht so schnell wieder verschwinden können, schattige Bänke am Rande, ein paar Bäume und eine Rasenfläche in der Mitte. Für die Eltern sehr entspannend und für die Kinder quasi der perfekte Spielplatz.

            Wir werden definitiv wiederkommen!

            Samstag, 7. Mail 2011

            Ich mag Muttertag nicht wirklich

            Zu sagen, ich HASSE muttertag, ist vielleicht ein bißchen übertrieben. aber ich mag ihn nicht. ich versteh den zweck nicht. entweder ich versuche, das ganze jahr lang so zu leben, daß ich nicht unter die räder komme, oder eben nicht. entweder ich bin das ganze jahr lang dankbar oder nicht. entweder ich schaffe das ganze jahr lang eine balance zwischen mutter-sein und meinen anderen rollen, oder eben nicht. aber wozu dann dieses hysterische ich-muss-so-dankbar-sein getue? warum jedes jahr die diskussion, wer eine gute mutter ist, ob der muttertag faschistisch ist oder nicht, oder ob er eigentlich nicht zutiefst feministisch ist (und aus diesem grund dann erst recht vergöttert oder verteufelt werden muß).

            in der aktuellen "zeit" steht zum thema muttertag ein sehr interessanter satz: "Hinter den meisten guten Müttern steht ein liebevoller Mann".(Und über diesen Satz war ich so gerührt, daß mir die Tränen eingeschossen sind und ich in die Küche gehen mußte, wo mein Mann gerade - trotz nicht-Muttertags - mit meiner Tochter das Mittagessen kochte).

            Insofern wäre ich eher für einen Elterntag. Wenn schon.


            Montag, 2. Mai 2011

            Post-nuptiale Analyse

            Es wurde ja viel über das Kleid von Kate ex-Middleton, nun Duchess of äääähm Cambridge geschrieben, über das Kleid der Schwester, die Bäume in der Kirche, die Einladungsliste, die diversen Hutkreationen, die Dauer des erste Kusses, die Dauer des zweiten Kusses etc etc etc. aber hier einmal ein interessanter anderer Aspekt: offensichtlich hat Prince William seine ehemalige Nanny zur Hochzeit eingeladen, und der Sohn der Nanny war sogar einer der page boys. Nun fragt sich Lisa Belkin, bloggerin bei der New York Times, ob der Rest von den Eltern, die auch von Nannies abhängen, diese wohl auch zur Hochzeit ihrer Kinder einladen würden.
            http://parenting.blogs.nytimes.com/2011/04/29/the-nanny-at-the-wedding/

            Also was für eine Frage! Wenn das ein Mensch ist, der im Leben meines Kindes eine große Rolle gespielt hat, zu dem noch Kontakt besteht und vor allem, zu dem es positive Erinnerungen gibt, ist das wohl eine Selbstverständlichkeit. Sorry, jeder, der sich erst fragen muss, OB er das tun würde, sollte seine Einstellung zu Nannies nochmals gründlich überdenken.



            Ostersonntag, 24. April 2011

            Gute Nachricht nicht nur für die, die an den Osterhasen glauben


            Manche Dinge sind ja zu schön, um wahrzusein. Und pünktlich zu Ostern denkt man, ach, eher glaub ich an den Osterhasen, als dass so etwas wirklich eintritt. Aber daschauher: ein großes Unternehmen macht's vor, was es bedeutet, ELTERN zu werden, und spendiert den frischgebackenen Vätern 2 Wochen Sonderurlaub (die Mütter sind ja sowieso im gesetzlich festgelegten Mutterschutz). Von wem kam die Idee? Von einer Frau. Aber einer, die es offensichtlich geschafft hat, in eine Position aufzusteigen, wo man auch wirklich was verändern kann.

            Besonders fasziniert hat mich das folgende Argument: "Wenn Sie sich den Kollektivvertrag für den Handel, in den wir großteils reinfallen, anschauen, sieht der für einen Umzug zwei und für die Geburt eines Kindes einen Tag Sonderurlaub vor. Das ist doch nicht stimmig."

            Also, großes Lob für Microsoft und seine Personalmanagerin Sandra Micko.

            http://derstandard.at/1303291242582/Euphorische-Reaktionen-Sonder-Papa-Urlaub-bei-Microsoft


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            Sonntag, 17. April 2011

            Selbstaufgabe

            Gestern ein abendessen mit freunden - zu fortgeschrittener stunde tauschen wir uns aus über die sorgen und freuden des jungeltern-daseins. damals, wenige wochen nach der geburt unserer erstgeborenen. fazit: einfach wars für niemanden. jeder bemitleidet den anderen. und jeder sagt sich, eigentlich hab ich mir hier zu viel zugemutet.

            Was mich heute früh noch immer beschäftigt: warum haben wir uns das angetan? warum haben wir geglaubt, daß wir das alles können müssen? warum waren wir so blauäugig? haben wir gedacht, daß eine gute mutter das können muss? haben wir es unterschätzt, was schlafentzug, verantwortung für ein hilfloses lebewesen, umstellung der lebenssituation bedeuten?

            Und was mich besonders ärgert: warum wird immer noch das bild der glückseligen madonna-artigen sonnig vor sich hinlächelnden muuuuuutter propagiert? warum kann man nicht sagen: ich empfehle es jedem, ein kind zu bekommen, aber bitte bitte stell dich darauf ein, dass der marathon NICHT mit der geburt zu ende ist, sondern behalte dir genug energie, organisier dein leben, stell dich darauf ein, daß die ersten monate nach der geburt mega-anstrengend werden.

            Bei einem marathon sagt ja auch jeder: er dauert 42,195km, stell dich drauf ein. warum nicht auch hier. wär ja nur fair.


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            Sonntag, 10. April 2011

            Weibliche Anatomie

            Heute in der parkgarage:
            aha, es gibt einen körperteil der frauen, der bis jetzt in keinem anatomiebuch aufgetaucht ist: eine neue extremität namens kinderwagen.
            früher hat man männlein und weiblein dadurch unterschieden, daß frau ein kleid und lange haare hatte.
            heute gibts wohl eine eindeutigen identifier: frau hat kinderwagen. mann nicht. alles klar.

            Sonntag, 3. April 2011

            Leben mit Kindern

            Wie ist das tägliche Leben mit Kindern? fragte mich vor kurzem ein intelligenter, hochqualifizierter Mittdreißiger. Er und seine Frau - ebenfalls hochqualifiziert, kosmopolitisch etc - sind am Überlegen, ob sie überhaupt Kinder haben wollen. Aber die Umstellung macht ihnen Angst. Stimmt es, daß sich ALLES ändert? Hat man dann wirklich gar keine Zeit mehr für sich selbst?
            Hmm. was soll man als Eltern darauf antworten. Ja, man hat wenig Zeit für sich selbst. Ja es ist manchmal sehr anstrengend. Aber was man zurückbekommt, ist doch unglaublich. Doch wie will man es jemandem schildern, daß einem schier das Herz zerspringt vor Glück, in kleinen Momenten?
            Übrigens glaube ich nicht, daß das o.g. Paar schlechte Eltern abgeben würde. Ich behaupte sogar, sie wären bessere Eltern als die, die unreflektiert und vielleicht gar aus einer rosarot/hellblauen Kitschvorstellung heraus Eltern werden und dann vollkommen überfordert und desillusioniert sind. Wenn ihnen das Kind täglich vorführt, wie schnell man an die physische und psychische Schmerzgrenze kommt.

            Aber vielleicht sollte ich zukünftig eine Anekdote erzählen:
            Wochenende. Anstrengende Arbeitswoche. Krankes Kind, endlich auf dem Weg der Besserung. Mega-quengelig. Erster Frühlingssamstag ziemlich verhunzt.
            Samstag Abend. Wir kaufen kindergerechtes Essen, servieren es schon um 18.30, damit sie mitessen kann.
            Die Kleine verweigert. Wir sind frustriert. Those were the days... wo man am Samstag Abend erst um 21h gegegessen hat, danach noch in eine Bar oder Kino. seufz.
            Dafür steht Caro während des Essens plötzlich auf, als wollte sie eine Rede halten.
            Wir: was MACHST du da?!
            Sie: kacka!

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            Sonntag, 27. März 2011

            Gaga

            Die letzten Tage waren echt mega-anstrengend. Montag nachhausegehetzt und caro zur ergo gebracht. dienstag länger im büro geblieben und dann ins yoga gehetzt. ooom. mittwoch nachhausegehetzt. donnerstag nachhausegehetzt. freitag nachhausegehetzt. der apfel, den ich mir am mo aus der kantine mitgenommen hab, war am fr noch immer nicht gegessen. und zuhause türmt sich seit tagen die wäsche. der eine knopf ist noch immer nicht angenäht und caro hat mittlerweile 3 jeans mit löchern, die unbedingt einen patch benötigen. dafür der mega-luxus: gestern nachmittag 1h auf dem sofa geschlafen, während mann und kind am spielplatz waren.

            und typisch fürs wochenende war heute natürlich wieder schlechtes wetter. und da man seinem kind was gutes tun will und freunde von uns davon geschwärmt haben, steigen wir heute doch glatt in die ubahn und fahren zu einem indoor-spielplatz. beide eltern mega-skeptisch und das kind 5min vor dem ziel kurz vor dem einschlafen. aber egal. einmal ist keinmal.

            der erste eindruck: das ist wie ein schwimmbad ohne schwimmbecken.
            überall wuseln kinder herum.
            der lärmpegel ist beträchtlich.
            in der umkleidekabine riechts nach voller windel und schweißfüßen.
            der fußboden (man muß in socken unterwegs sein) könnte wieder einmal eine reinigung vertragen. aber deswegen sind wir ja nicht da: wir ziehen mit caro zum rutschturm, zum bällebad, zum mega-trampolin, zu den bobbycars, zum anderen rutschturm, zum bekletterbaren vulkan.

            fazit: die kleine hat in den 2 1/2 stunden, in denen wir dort waren, fast nichts getrunken, nichts gegessen, nicht in die windel gemacht, sondern ist nur begeistert durch die gegend gezischt. geklettert, gerutscht, geradelt, gesprungen, getobt, gekreischt, gelacht.

            allerdings ist sie wahrscheinlich entweder zu alt oder zu jung für den spielplatz: die geräte für die unter-3-jährigen sind langweilig, und da könnte sie gleich auf einen stinknormalen spielplatz gehen. für die geräte der über 3-jährigen ist sie um 5-10cm zu klein und motorisch noch etwas zu unsicher. beispielsweise kommt sie gerade nicht auf den rutschturm hinauf, weil ihr die entscheidenden 5cm fehlen, um sich die stufen hinaufzuziehen.

            das heißt, man ist als eltern dauernd auf achse, um seinem kind raufzuhelfen, mit ihm in halsbrecherischem tempo eine rutsche runterzurutschen, es zu beaufsichtigen, während es mit dem bobbycar seine runden zieht, andere kinder dran zu hindern, meinem kind auf die finger zu trampeln. also entspannung ist was anderes. aber gleichzeitig ists ja auch lustig. doch nach 2 stunden ist man wirklich gesättigt. abgesehen davon bin ich eingegangen vor angst auf der rutsche (ist das wirklich dieselbe person, die vor 15 jahren einen fallschirmsprung gemacht hat?!).

            ach ja, eine verstopfte nase, um den zarten geruch nach schweißfüße nicht mitzukriegen, kann nicht schaden.


            Sonntag, 21. März 2011

            Was macht eine Stadt zur kinderfreundlichen Stadt?

            interessanter artikel, der die kindertauglichkeit von wien beurteilt - paar vergleiche mit berlin und münchen sind auch drin.
            die kriterien sind durchaus gut:

            http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/643015/Wie-kinderfreundlich-ist-Wien?from=gl.home_bildung
            * öffentlicher raum
            * freizeitangebot
            * gesundheitliche versorgung
            * kinderbetreuung
            * verkehr
            * opfer von gewalt

            und wie gut ist Ihr wohnort?


            Sonntag, 13. März 2011

            Kind bekommen, anderer Mensch geworden?

            Am Freitag wurde ich am Rande einer Veranstaltung von einem Journalisten gefragt, inwiefern mich das Muttersein verändert hat. Meine erste Reaktion war: ehrlichgesagt, gar nicht.
            Hmm... ok stimmt nicht ganz: ich weiß jetzt genauer, was ich will, und lasse mich weniger von anderen beeinflussen.

            Na bitte, ist doch nicht schlecht? Ein positiver Side-effect der Mutterschaft: Persönlichkeitstraining.



            Montag, 7. März 2011

            Potpourri

            Anläßlich des Weltfrauentages morgen:

            1) Lange Karenz läßt Einkommen sinken
            Auf österreichisch würd man jetzt sagen: "no na". oder "na net na na". übersetzt und bitte mit etwas zynismus gewürzt: "na was für eine überraschung". aber immer wieder interessant zu lesen. http://orf.at/stories/2046217/2046215/

            2) Bänz Friedli, der Schweizer Hausmann:
            http://www.derhausmann.ch/

            3) "pink stinks"
            http://www.pinkstinks.co.uk/
            3 assoziationen:
            1) im fasching, zu einem tanzschulevent (morgen ist ja faschingsdienstag) ging ich einmal als rosaroter panther. mit rosa pyjama, von meiner mama gefertigtem hauberl mit ohren und (ebenfalls von mama gefertigt) einem schwanz aus draht, umwickelt mit watte und verkleidet mit rosa filz. den hab ich mit einem gummizug um den bauch getragen. der stand richtig toll weg nach hinten. hat sensationell ausgesehen. aber unglaublich, wie oft mir die burschen in der tanzschule am schwanz gezogen haben! was das tiefenpsychologisch bedeutet, wage ich nicht zu denken.
            2) caro hat fast nix pinkes. aber das hängt nicht nur damit zusammen, daß ich sie nicht anziehen will wie ein zuckerl, sondern auch damit, daß sie blaue augen hat und ihr blau gut steht. und dass ich mich weigere, jetzt schon der vermarktungsmasche von prinzessin lilifee oder hello kitty zum opfer zu fallen. jetzt, wo ich noch entscheide, was sie anzieht, und es ihr eh egal ist. solang sie am abend ihren GAP-pyjama mit dem affen anziehen kann. der rest ist ihr egal. ok vorgestern im schigebiet gabs nur eine prinzessin lilifee zahnbürste. ich hab mich irrsinnig geärgert, aber hatte keine wahl. und als kleiner trost: ich glaub, caro ists so was von wurscht, was auf der zahnbürste oben ist.
            3) ich hab ein paar pinke sachen im kleiderschrank. ok, grellpink, nicht rosa. bin doch kein glücksschwein.

            so, jetzt muss ich aber ins bett. sonst seh ich morgen abend in meinem faschingsoutfit zu blass aus.



            Mittwoch, 2. März 2011

            Norwegen

            Gerade läuft eine Dokumentation auf ORF2 (Weltjournal, http://tv.orf.at/program/orf2/20110302/537695901/311602):

            * Familienfreundliche Arbeitskultur
            * 80% der Frauen berufstätig
            * Kinder ab 1 haben einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz (90% der Kinder von 1-5 sind im Kindergarten)
            * "Norwegian men are the best export article..."
            * "both work and family are so rewarding..."
            * "Wichtig, daß Männer einen starken Bezug zum Kind haben"
            * "Wenn ich nicht in Norwegen wäre, wüßte ich nicht, ob ich 3 Kinder hätte"

            Ich bin gespannt, wie sich die Diskussion zur verpflichtenden Frauenquote entwickeln wird. Ich denke, das kann nur ein Mittel zum Zweck sein, kein Selbstzweck. Wenn man es schafft, über eine Frauenquote endlich an der Infrastruktur etwas zu ändern, beispielsweise die Betriebskindergärten auszubauen, wäre es einen Versuch wert...



            Blog-Archiv:
            siehe http://projektbaby2009.blogspot.com/

            ©2009-2011 Christine Hartlieb-Götz. Alle Rechte vorbehalten